Autor: Ronald Reng - Der deutsche Sommer
Verlag: PIPER
Seiten: 416
Format: 13,8cm x 22cm
ISBN: 978-3-492-07407-0
Inhaltsangabe vom Verlag:
Der deutsche Sommer
Als 2006 plötzlich die Leichtigkeit einzog | Das neue Fußballbuch von Bestsellerautor Ronald Reng über das Sommermärchen und die neue deutsche Leichtigkeit
Die Fußball-WM fand in Deutschland statt, Millionen Menschen aus der ganzen Welt waren zu Gast, und eine Leichtigkeit, wie sie nur ein Sommer hervorbringen kann, erfasste das Land. Die Deutschen, die zuvor Hemmungen im Umgang mit Nationalsymbolen gezeigt hatten, malten sich die Nationalfarben auf die Wangen, Immigranten schwenkten zum ersten Mal im Leben die deutsche Fahne, und internationale Umfragen erklärten Deutschland zum coolsten Land der Welt. 2025 leben wir in einem anderen Land. Ronald Reng schildert die Zeit der Leichtigkeit und fragt, ob so ein Hochgefühl heute noch möglich ist.
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Rezension aus 11FREUNDE:
Das ist nur ihre Meinung
Manchmal ist auch eine Reise in die Vergangenheit wie eine ferne Utopie. Was ist im Sommer 2006 nur passiert? Kaum zu glauben, dass es einmal so schön war. Ronald Reng erzählt die Geschichte des „Sommermärchens“ als Kaleidoskop aus historischen, sozialen und individuellen Begebenheiten, die im magischen Juni in eine hierzulande bis dato ungekannte Leichtigkeit mündeten. Deutschland ist 2005 der kranke Mann Europas. Die Wirtschaft stagniert, die Arbeitslosenquote ist hoch und konservative Parteien träumen wie gewohnt davon, die Republik zum Auswanderungsland zu machen. Nur 55 Prozent der Deutschen nutzen täglich das Internet, 77 Prozent blättern daheim noch im Telefonbuch. Ein letzter Hauch BRD-Behaglichkeit vor dem digitalen Overkill. Thomas Hitzlsperger kauft sich ein Jahr vor Beginn des Turniers noch Tickets, um ein WM-Spiel live zu sehen. Und beim ZDF überlegt man, statt Jürgen Klopp doch lieber Uli Hoeneß als WM-Experten zu engagieren. Dreitagebart, geht das? Doch als Anfang Juni nach wochenlangen Regenfällen die Sonne durchbricht und Philipp Lahm mit seinem Traumtor gegen Costa Rica wie der Götterbote höchstselbst die Deutschen mit der Klinsmannschen Nationalelf versöhnt, amalgamieren zwei Millionen WM-Touristen und das zerrissene Land zu dem, was der Soziologe Karl Otto Hondrich bald „eine Weltgefühlsgemeinschaft“ nennen wird. Public Viewing und Fanzonen sind gerade erst erfunden worden – und so schwappt die Begeisterung aus den Stadien hinein in die Straßen. Die Turniertage werden zum Gegenschnitt der düsteren Vereinzelung, die das Land 14 Jahre später während der Pandemie heimsuchen wird. Reng erzählt durch die Augen der Einwandererfamilie Tekka, von Jürgen Klinsmann, Sportfreunde-Drummer Flo Weber oder ESA-Astronaut Thomas Reiter, wie für einen Wimpernschlag der Geschichte ein Kontinent von irrationaler Fröhlichkeit erfasst wird und schafft dabei fast Unmögliches: Die Utopie des deutschen Sommers 2006 auch für Nachgeborene begreifbar zu machen.