Autor: Ruben Gerczikow, Monty Ott
Verlag: Die Werkstatt
Seiten: 192
Art: Kartoniert
Format: 13.6 x 21.5 cm
ISBN: 978-3-7307-0770-8
Inhaltsangabe vom Verlag:
Fußball und Jüdisches Leben: Geschichten von Solidarität und Herausforderung
Jüdische Menschen sind ein aktiver Teil der deutschen Gesellschaft, auch im Fußball: auf den Rängen und auf den Plätzen. Die Massaker der islamistischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 zeigten sowohl die katastrophalen als auch die solidarischen Seiten des Fußballs. Geschichten wie die der ermordeten israelischen Geiseln Hersh Goldberg-Polin oder Inbar „Pink“ Heyman haben auch viele Fanszenen in Fußball-Deutschland berührt. Mit Stimmen aus Deutschland und Israel erzählt dieses Buch eine Geschichte von Freundschaft und Solidarität, aber auch von Bedrohung und Gewalt.
- Vielfalt und Inklusion: Hören Sie Geschichten jüdischer Menschen im Fußball und wie ihre Präsenz sowohl auf den Rängen als auch auf dem Spielfeld wertgeschätzt wird
- Zeitgenössische Herausforderungen: Verstehen Sie die Bedeutung von Solidaritätsaktionen im Fußball und die Reaktionen auf antisemitische Vorfälle
- Über Kategorisierungen hinaus: Autoren wie Monty Ott und Ruben Gerczikow bieten kritische Einblicke, gefördert von Werder Bremen, um zu einem tieferen gesellschaftlichen Verständnis beizutragen
Dieses Buch gibt einen intensiven Einblick in die vielfältigen Erfahrungen und Herausforderungen jüdischer Menschen im Fußball und verdeutlicht, dass der Sport weit mehr ist als nur ein Spiel.
Rezension aus 11FREUNDE:
Jüdisches Leben ist auch Fußballleben
Es ist ein Gefühl der Unsichtbarkeit, das viele Jüdinnen und Juden in deutschen Stadien begleitet. So beschreiben es die Autoren Ruben Gerczikow und Monty Ott in ihrem Sammelband. Sie besuchten Makkabi Berlin, sprachen mit Daniel Lörcher, der sich beim BVB über Jahre in der Antidiskriminierungsarbeit engagierte, und trafen jüdische Fans, die von ihren Erfahrungen in deutschen Fankurven berichten. Immer wieder stehen sie vor dem Problem: Soll man sich als jüdisch zu erkennen geben – oder lieber nicht? Das Buch kreist um die zentrale Frage, ob Fandasein und Judentum ein Widerspruch sind. Die Autoren machen unmissverständlich klar: Nein. Ihre Geschichten zeigen, wie selbstverständlich beides zusammengehört – wenn Feiertage mit Spieltagen kollidieren, zwischen zwei Gebeten Transfergerüchte diskutiert werden oder beim Familienfest das letzte Spiel die Gespräche bestimmt. Jüdisches Leben ist auch Fußballleben. Zugleich ist das Werk ein Appell an Vereine und Verbände, genauer hinzusehen. Wenn es zu antisemitischen Vorfällen auf dem Platz oder in der Kurve kommt, wenn jüdische Fans mit Hitlergrüßen bedacht werden, wenn rechte Fanszenen antisemitische Choreografien zeigen oder der Schiedsrichter wie selbstverständlich als „Scheiß Jude“ bezeichnet wird. Hier fordern Gerczikow und Ott mehr Sensibilität – und entschlossenes Handeln.